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ELW 1

18.02.2020

Im März 2011 wurde als Ersatz für ein fast 20 Jahre altes Fahrzeug bei der Feuerwehr St. Georgen ein neuer Einsatzleitwagen ELW 1 in Dienst gestellt, der den heutigen Anforderungen entsprechend ausgestattet ist.

Mehrere aufwändige Reparaturen, Probleme mit der Fahrzeugelektrik und eine veraltete Kommunikationstechnik beim Vorgängerfahrzeug machten eine Ersatzbeschaffung notwendig.

Die Ausschreibung ergab als Basisfahrzeug einen Mercedes-Benz Sprinter 316 CDI mit 120kW/163PS. Es hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 3.500 kg, ein Hochdach, vier Sitzplätze und entspricht der Norm DIN 14507. Geliefert wurde es vom Autohaus Südstern-Bölle aus Villingen-Schwenningen.

Auf- bzw. Ausbau wurden von der Firma Schmidt mobile Kommunikation GmbH aus Frankenthal ausgeführt. Zahlreiche Geräte und Materialien des Vorgängerfahrzeugs konnten auch auf den neuen ELW 1 übernommen werden.

Gemäß Definition sind Einsatzleitwagen 1 (ELW 1) Führungsfahrzeuge zur Unterstützung der Einsatzleitung ab der Führungsstufe C nach der Feuerwehrdienstvorschrift FwDV 100. Sie können auch bei Einsätzen mit niedrigerer Führungsstufe dem Einsatzleiter als Führungsmittel dienen. Für den Führungserfolg ist im Einsatz ein frühzeitiger Aufbau der Führungsorganisation einschließlich des Tätigwerdens einer Führungsgruppe und damit die Verfügbarkeit eines ELW 1 wichtig. Ein ELW 1 ist für Gemeinden ab mindestens 10.000 Einwohnern empfohlen. ELW 1 können für mehrere Gemeinden gemeinsam beschafft und durch eine gemeinsame Führungsgruppe besetzt werden.
(Quelle: "Hinweise zur Leistungsfähigkeit einer Feuerwehr" des Landesfeuerwehrverbandes und des Innenministeriums BW)

Da die Feuerwehr St. Georgen über keinen Kommandowagen KdoW verfügt, rückt der ELW 1 sowohl bei kleineren Einsätzen als auch bei Großeinsätzen grundsätzlich als Führungsfahrzeug eines Lösch- bzw. Rüstzuges aus. Daher wurde bei der Planung und Gestaltung des Fahrzeugs von den Verantwortlichen der Feuerwehr St. Georgen Wert darauf gelegt, dass es einerseits den Anforderungen bei größeren Einsätzen gerecht wird, bei denen eine Führungsgruppe tätig wird, aber andererseits auch für den Großteil an kleineren und mittelgroßen Einsätzen zweckmäßig aufgebaut und einfach bedienbar ist. Erfahrungen aus Einsätzen und Anregungen aus der Arbeit der Führungsgruppe St. Georgen/Königsfeld flossen hierbei in die Konzeption ein.


Das Fahrzeug besitzt einen, entgegen der Fahrtrichtung eingebauten, Funktisch mit zwei Arbeitsplätzen. Fahrer- und Beifahrersitz lassen sich hierfür um 180 Grad entgegen der Fahrtrichtung drehen. Im Funktisch befindet sich eine umfangreiche Kommunikationsausstattung. Neben zwei 4m-Band Funkgeräten und einem fest eingebauten 2m-Band Gerät wurde auch ein Funkgerät für den städtischen Betriebsfunk (Bauhof etc.) eingebaut, um bei Großschadenslagen und im Katastrophenfall auf einen weiteren Funkkanal zurückgreifen und auch mit anderen Organisationen Kontakt halten zu können. Die Funkkreise werden mittels zweier Besprechungseinrichtungen Major BOS 4.0 bedient. Auch eine Telefonanlage mit Basisstation und vier Mobilteilen und ein Faxgerät stehen zur Verfügung. Diese ist über das Mobilfunknetz angebunden. Für eine ortsunabhängige Internetanbindung sorgt ebenfalls über das Mobilfunknetz ein ELW-Router.

Ein fest eingebauter Car-PC mit zwei angeschlossenen Monitoren kann sowohl von den Funkarbeitsplätzen als auch vom Besprechungsraum aus bedient werden. Eine drahtlose Tastatur und Maus ermöglichen den einfachen Wechsel. Das Faxgerät ist als Multifunktionsgerät ausgelegt und dient gleichzeitig als Drucker für den PC und als Kopierer. Der Monitor am Besprechungstisch besitzt einen zusätzlichen Videoeingang, so dass hierauf auch Bilder der Wärmebildkamera per Fernübertragungseinheit mitverfolgt werden können.


Zur Stromversorgung dient ein Spannungswandler und eine zusätzliche Fahrzeugbatterie. Außerdem kann über eine Außendose jederzeit eine Stromeinspeisung erfolgen. Weitere Telefon- und Netzwerkanschlüsse können ebenfalls über einen speziellen Außeneinspeiskasten verbunden werden.

Im hinteren Fahrzeugteil ist ein Besprechungstisch mit Platz für bis zu vier Personen eingerichtet. Bei Bedarf kann dieser Besprechungsraum durch eine ausfahrbare Trennwand vom vorderen Arbeitsbereich vollständig abgetrennt werden. Das hat den Vorteil, dass hier im Bedarfsfall ungestört und unabhängig voneinander gearbeitet werden kann. Alle Funkkreise können im Besprechungsraum jederzeit durch Zuschalten von Lautsprechern mitgehört werden oder sogar durch eine Besprechungseinheit Commander BOS 2 bedient werden.

In den zahlreichen Staufächern und dem Einbauschrank an der Rückwand sind Digitalkamera, Fernglas, Tretroller, Objekt- und Einsatzpläne, Gebietskarten, Straßenkarten, Hydrantenpläne, Unterlagen für Gefahrguteinsätze und andere Unterlagen untergebracht. In einem eingebauten Tresor befinden sich verschiedene Schlüssel. Jederzeit griffbereit wurden vier Handsprechfunkgeräte und drei Adalite Handlampen angebracht.


Um ausreichend Platz für die Arbeit bei größeren Einsätzen zu haben, ist über der seitlichen Schiebetür eine Kurbelmarkise angebracht. So kann wetterunabhängig im Freien beispielsweise eine Einsatzlageskizze angefertigt werden. Dazu können am Fahrzeug auch zwei magnetische Weißwandtafeln in eine Schiene eingehängt oder eine mitgeführte Flipchart aufgestellt werden.

Im Fahrzeugheck ist eine ausziehbare Arbeitsplatte und ein Regal eingebaut. Die Arbeitsplatte kann auch entnommen und zu einem Tisch umgebaut werden.

An den Hecktüren und im Heckregal sind folgende Geräte und Materialien gelagert:

1 Flipchart
1 Wärmebildkamera
1 Fernthermometer
1 Dräger Multiwarn-Messgerät
1 Dräger Pac-Ex
1 Prüfröhrchen Messeinrichtung
1 Spannungsmessgerät
1 Materialbox für die Führungsgruppe C
1 Notstromerzeuger Honda
1 Kabeltrommel
1 Hochdrucklöscher (Auer Hi-Press Schaumlöscher)
1 Notfallrucksack
6 Warnwesten
3 Funktionswesten Führungsgruppe C
8 Kombinationsfilter
2 Krankenhausdecken
2 Warnblitzleuchten Euro-Blitz
6 Faltleitkegel Eurasia
1 Schultermegaphon
1 Halligan-Tool mit Hebeklaue
1 Mobiler Rauchverschluss
1 Anhaltestab
2 Warndreiecke
2 Faltsignale
1 Werkzeugkasten
1 Klappspaten
1 Abschleppseil
1 Gurtmesser
1 Nothammer
Verschiedene Pollerschlüssel und weiteres Kleinmaterial

Für ausreichend Licht sorgt eine Umfeldbeleuchtung mit sechs Scheinwerfern und für die Sicherheit auf der Einsatzfahrt eine Sondersignalanlage der Firma Hänsch sowie eine Rückfahrkamera. Am Fahrzeugheck kann zudem eine rote Blitzleuchte zur Kenntlichmachung des Standortes der Einsatzleitung aufgesteckt werden.

Die bisher mit dem Fahrzeug bewältigten Einsätze und Übungen, darunter auch zwei Großeinsätze, haben gezeigt, dass es keine maßgeblichen Schwachstellen gibt und man mit der Konzeption des Fahrzeuges richtig liegt. Für zukünftige Anforderungen verfügt es bereits über eine Digitalfunkvorbereitung.

Bilder von der Übergabe am 02. März 2011:














Bilder: Feuerwehr St. Georgen