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Wie läuft die Alarmierung ab?

Vermutlich hat jeder schon einmal einen Feuerwehreinsatz beobachtet oder sogar den Notruf gewählt. Doch wie läuft ein solcher Einsatz eigentlich ab, nachdem die Notrufnummer gewählt wurde?

Zuallererst nimmt im Schwarzwald-Baar-Kreis ein dafür geschulter Disponent, in der Integrierten Leitstelle in Villingen, den Notruf entgegen. Dort werden jährlich ca 60.000 Einsätze von Rettungsdienst und Feuerwehr koordiniert. Noch während des Notrufgesprächs gibt der Disponent die Daten in ein Computerprogramm ein. Dieses unterstützt den Disponent beim Auswählen der erforderlichen Einsatzmittel und beim Dokumentieren des Einsatzes. Es sind auch die individuellen Alarm- und Ausrückepläne der einzelnen Feuerwehren im Kreis hinterlegt.

Alarmierung

Die Alarmierung erfolgt im Schwarzwald-Baar-Kreis schon seit mehreren Jahren ausschließlich über persönliche Digitale Melderempfänger (DME). Ein DME gibt neben einem akustischen Signal auf seinem Display erste Informationen zum Einsatz wie Uhrzeit, Datum, Stichwort, die Adresse sowie eventuelle erste Informationen der Leitstelle an. Ertönt der DME, weiß jeder Feuerwehrangehörige, dass er sich sofort ins Feuerwehrhaus begeben muss. Ganz egal ob man gerade bei der Arbeit, beim Essen oder im Bad ist, schläft oder die Schwiegermutter an der Tür klingelt. Dabei ist das oberste Gebot, egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Auto, andere, trotz der Eile, nicht zu gefährden.

Ankunft am Feuerwehrhaus

Am Feuerwehrhaus angekommen ziehen die Kameraden in der Umkleide Ihre persönliche Schutzausrüstung an. Damit es so schnell wie möglich geht, ist die Hose bereits über die Stiefel gestülpt. Sind die Kameradinnen und Kameraden fertig umgezogen, gehen sie in die Fahrzeughalle und besetzen die benötigten Einsatzfahrzeuge. Bei jedem Fahrzeug müssen dabei bestimmte Funktionen besetzt werden, welche spezielle Qualifikationen erfordern. Ein (Hilfeleistungs-)Löschgruppenfahrzeug benötigt z.B. einen Fahrer(Maschinist), einen Gruppenführer und mindestens 4 Atemschutzgeräteträger. Die Drehleiter wiederum benötigt als Truppfahrzeug neben dem Fahrer zwei Atemschutzgeräteträger. Als Besonderheit muss einer der Atemschutzgeräteträger ebenfalls die Qualifikation Maschinist besitzen, mindestens jedoch eine Einweisung in die Bedienung des Drehleiterkorbs haben.

Anfahrt

Innerhalb von 10 Minuten nach Alarm muss das erste Fahrzeug und neun Feuerwehrangehörige am Einsatzort sein. Bereits auf der Anfahrt rüstet sich der Angriffstrupp bei einem Brandeinsatz mit Atemschutz aus oder zieht bei einem Hilfeleistungseinsatz Einmalhandschuhe an. Auch der Fahrzeugführer gibt gegebenfalls erste Anweisungen an seine Mannschaft. Beachten Sie hierbei, dass wir unser Wegerecht nur mit eingeschaltetem Blaulicht UND Martinhorn in Anspruch nehmen dürfen. Wir bemühen uns jedoch immer, wenn es die Verkehrssituation zulässt, das Martinhorn abzuschalten, vor allem in der Nacht.

Ankunft am Einsatzort

Am Einsatzort eingetroffen gilt es für die Führungskraft sich so schnell wie möglich einen Überblick zu verschaffen, um die Situation einschätzen zu können und eine Taktik zu entwickeln. Nach oder bereits während der Erkundung, gibt der Einheitsführer der Mannschaft Einsatzbefehle und lässt gegenfalls weitere Einheiten nachalarmieren. Die Menschenrettung steht dabei, unter Berücksichtigung der Eigensicherung, an erster Stelle.

Nach dem Einsatz

Ist der Einsatz beendet, so wird die Einsatzstelle in der Regel der Polizei oder dem Eigentümer übergeben und zurück zum Feuerwehrhaus gefahren. Dort angekommen werden die eingesetzten Fahrzeuge wieder einsatzklar gemacht. Dazu gehören z.B. die Grobreinigung oder das Austauschen von benutzten Schläuchen. Auch Atemschutzgeräte müssen getauscht werden und die Wassertanks der Fahrzeuge wieder aufgefüllt werden. Nach manchen Einsätzen gibt es auch noch eine Nachbesprechung, diese kann aber auch erst nach ein paar Tagen erfolgen. Ist alles erledigt, gehen die Feuerwehrangehörigen meist wieder zurück zu ihrer Tätigkeit, welche Sie vor dem Alarm ausgeführt haben. Aber hat man gerade geschlafen, fällt es einem schwer, sofort wieder einzuschlafen.

Da wir eine freiwillige Feuerwehr sind, ist unser Feuerwehrhaus nicht rund um die Uhr besetzt, also seien Sie bitte nicht beleidigt, wenn Sie einmal im Feuerwehrhaus anrufen und niemand an das Telefon geht.
Es ist uns ein Anliegen nochmals darauf hinzuweisen, dass der Dienst einer freiwilligen Feuerwehr ehrenamtlich geleistet wird.